„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“ – dieses Zitat von Ludwig Wittgenstein verdeutlicht, worum es in der Sprachengalerie unserer Schule geht: um Sprache als Schlüssel zu Begegnung, zu Verständnis und zu neuen Perspektiven.
Sprachen eröffnen uns Welten. Doch wie bei einem Eisberg bleibt vieles zunächst unsichtbar: Werte, Normen und Denkweisen, die Kulturen prägen. Um eine Kultur zu verstehen oder zu verändern, ist es also unabdingbar, sich die verborgenen Werte, Haltungen und Denkweisen dieser Kultur zu erschließen und bewusst zu machen. Viele Schülerinnen und Schüler unserer Schule gehören einem anderen Kulturkreis an, sprechen eine andere Sprache, die die Mehrheit der Menschen ihrer Umgebung nicht versteht. Mit der Sprachengalerie gewähren uns Schülerinnen und Schüler der Klasse BG 25 des Beruflichen Gymnasiums unserer Schule nun exemplarisch einen tieferen Einblick in ihre Kulturen, deren Werte und Normen. Sie führten dazu Interviews mit Vertretern ihrer Kulturkreise durch, um zu ergründen, welche Werte und Normen ihre nationalen Identitäten ausmachen. Mit dieser Sprachengalerie teilen die Schülerinnen und Schüler ihre gewonnenen Erkenntnisse mit uns, eröffnen uns ihre Welten und ermöglichen uns damit erste Schritte zur Verständigung. Die Sprachengalerie lädt uns ein, genauer hinzusehen, zuzuhören und vielleicht auch eigene Sichtweisen zu hinterfragen. Sie ist ein Beitrag zu mehr Verständnis in einer vielfältigen Schulgemeinschaft – und darüber hinaus.
Am 8. Mai 2026 wurde die neue Sprachengalerie nun im Beisein des Dezernenten für Bildung, Jugend, Kultur und Sport der Stadt Jena, Herrn Schleußner, feierlich eröffnet. Die Schülerinnen und Schüler stellten ihre Ergebnisse vor und dabei nicht nur Unterschiede, sondern vor allem auch Gemeinsamkeiten in ihren unterschiedlichen Kulturkreisen fest, allen voran die Gastfreundschaft. Als gastfreundlich erwiesen sich die Schülerinnen und Schüler dann auch zum Abschluss mit einem Buffet voller Köstlichkeiten und Kostproben aus ihrem jeweiligen Kulturkreis. Es war für alle Beteiligten eine gelungene Veranstaltung, die Begegnungen ermöglichte, zu Gesprächen anregte und zusammenführte.
Wir freuen uns nun auf Besucher unserer Sprachengalerie im 2. Obergeschoss unserer Schule und danken all denjenigen, die zu dieser Galerie beitrugen, allen voran natürlich den Schülerinnen und Schülern der BG 25 für ihr Engagement, ihre Offenheit und ihre beeindruckende Arbeit, aber auch den Kolleginnen und Kollegen, die dieses Projekt begleiteten und unterstützten.