
Am 28. Oktober 2026 tauschte die Klasse BKK 24-1 das Klassenzimmer gegen den Gerichtssaal und besuchte das Amtsgericht Jena. Statt Schulbüchern und Unterrichtsgesprächen standen an diesem Tag Strafrecht, Anklageschriften und juristische Fachbegriffe auf dem Programm. Dabei wurde schnell klar: Im Gericht geht es zwar sachlich zu, langweilig muss es deshalb aber keineswegs sein. Die Schülerinnen und Schüler erhielten einen Einblick in den Ablauf von Strafgerichtsverhandlungen. Sie konnten miterleben, wie Schöffen und Dolmetscher vereidigt werden, wie die Staatsanwaltschaft eine Anklage verliest und wie die Verteidigung ihre Anträge stellt. Im ersten Verfahren ging es um eine Anklage der Staatsanwaltschaft Gera wegen des Vorwurfs der Untreue. Im Mittelpunkt stand das umstrittene Kunstprojekt „The Diamond Maker“ des städtischen Eigenbetriebs JenaKultur. Der ehemalige Werkleiter von JenaKultur musste sich wegen mutmaßlich voreilig abgeschlossener Verträge für das Kunstprojekt vor Gericht verantworten. Im zweiten Verfahren stand der Vorwurf des Bandendiebstahls im Mittelpunkt. Auch hier erhob die Staatsanwaltschaft Gera Anklage. Gegenstand waren mehrere Diebstähle in verschiedenen Jenaer Einkaufszentren.
Besonders interessant war für die angehenden Bankkaufleute neben den Verhandlungen die Fragerunde im Anschluss an die Verhandlungen. Richter, Staatsanwältin und Verteidigung beantworteten Fragen und gaben einen lehrreichen Blick hinter die Kulissen der Justiz. Besonders anschaulich wurde, wie Staatsanwaltschaft, Verteidigung und Gericht unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen und wie wichtig klare Regeln, sorgfältige Prüfung und sachliche Argumentationen sind.