Kollegium
Mitreden über Europa



Das Informationsbüro des Europäischen Parlaments in Deutschland hatte am 10. November 2017 zum Bürgerforum eingeladen und von Politikverdrossenheit keine Spur! Im vollbesetzten Flügelsaal der Weimarhalle vertrat unser Schulleiter die Stoyschule. Moderiert von Susann Reichenbach stellten sich fast zwei Stunden Prof. Dr. Leiße (Friedrich-Schiller-Universität Jena), Jakob von Weizäcker (MdEP/ SPD), Dr. Dieter-Lebrecht Koch (MdEP/ CDU) und Jörg Kubitzki (MdL/ DIE LINKE) den vielseitigen Fragen des Publikums. Dabei spielten unter anderem die finanziellen Auswirkungen des Brexit, Strategien gegen soziale Ungleichheiten, der Fördermitteleinsatz, der Umgang mit Mitgliedsländern, die sich nicht an europäische Richtlinien und Gerichtsurteile halten, das Spannungsverhältnis zwischen globalen Märkten und regionaler Kontrolle,  der Gegensatz von europäischem Binnenmarkt und nationalem Steuerrecht sowie die Möglichkeiten der konkreten Wirkung der Abgeordneten des Europäischen Parlament eine Rolle. Ein hoch interessanter Abend - Wiederholung erhofft!
 
Verbindung Schule-Wirtschaft inhaltlich stärken

An der Herbsttagung der Landesarbeitsgemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT 2017 nahm unser Schulleiter Herr Brömel teil, da er Vorsitzender des regionalen Arbeitskreises der Region Jena/SHK ist. Neben einer Betriebserkundung im Gelenkwellenwerk GEWES GmbH standen insbesondere Themen auf der Tagesordnung, die das praxisorientierte Lernen betrafen. Für die Stoyschule scheinen zwei Angebote der Joachim Herz Stiftung Hamburg von besonderem Interesse, da sich diese unter anderem der Förderung wirtschaftswissenschaftlicher Bildung widmet. Nun ist zu prüfen, für welche weiterführenden Schulformen das internetbasierte Spiel ISLE OF ECONOMY sich eignet. Interessant könnte auch das Planspiel WIWAG sein, das mittels einer Unternehmenssimulation insbesondere die betriebswirtschaftliche Aus- und Fortbildung bereichern könnte.
 
Bundestagspräsident Lammert in Jena



Gefüllt bis auf den letzten Platz war die Aula im Hauptgebäude der Universität und das an einem Freitagnachmittag. Prof. Dr. Norbert Lammert sprach am 22. September 2017  bei einem seiner letzten öffentlichen Auftritte als Bundestagspräsident zur Frage „Wer vertritt das Volk?“. Deutschland sei eine der stabilsten Demokratien weltweit und die Demokratie sei nicht in der Krise, sagte Lammert. Vielmehr sei die Demokratie ein System zum Management von Krisen. Der Noch-Bundestagspräsident sprach sich für eine Justierung des deutschen Wahlsystems aus. Das Problembewusstsein zur möglichen explosionsartigen Vergrößerung des Bundestages sei bei vielen Akteuren vorhanden, doch der Handlungsdruck wohl noch nicht groß genug. Außerdem habe das Grundgesetz enorme Akzeptanz in der Bevölkerung, jedoch würde das Vertrauen in Institutionen seit Jahren sinken. Lammert befürwortete, dass auf Bundesebene keine Plebiszite vorgesehen seien. Als Negativbeispiel für eine solche Möglichkeit führte er den Brexit an. Die Fachkonferenz Gesellschaftswissenschaften war durch die Kolleginnen Serfling und Seibold-Pfeiffer bei der Veranstaltung vertreten. Beide hatten nach Lammerts Rede kurz Gelegenheit, mit ihm zu sprechen. Er signierte eine Thüringer Verfassung und  das Grundgesetz.

 
Direktoren Beruflicher Gymnasien im Austausch



Schulleiter Beruflicher Gymnasien aus 13 Bundesländern trafen sich zur Jahrestagung ihrer Arbeitsgemeinschaft vom 13. bis 16. September 2017 im hessischen Bensheim. Mehrere aktuelle Spannungsfelder bestimmten sowohl hochkarätige Vorträge als auch den Erfahrungsaustausch. Unter anderem spielten in der Diskussion die scheinbaren Gegensätze von Binnen- und äußerer Differenzierung, Freiraum für Kreativität und curikularen Vorgaben, Studierfähigkeit und Bedarf an Auszubildenden sowie die Einrichtung von Sprachintensivklassen und Inklusion eine Rolle. Impulse zu diesen Themen lieferten zum Beispiel der Besuch der Ausbildungsstätte des weltweit größten Ausrüsters von Zahnarztpraxen, der Firma Dentsply Sirona, und eine Podiumsdiskussion, an der auch der Hessische Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz, der Prorektor der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mannheim, Herr Prof. Dr. Andreas Föhrenbach, und Jürgen Kaube, Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, teilnahmen.In den Berichten der Länderbeauftragten zeigte sich zu den Entwicklungen der Beruflichen Gymnasien ein sehr differenziertes Bild. Gegenüber etwa 60000 Schülern an den Beruflichen Gymnasien Baden-Württembergs weisen die nur ca. 4000 Schüler an Thüringens Beruflichen Gymnasien auf deutliche Reserven in der Berufs- und Studienorientierung hin. Allerdings konnte unser Schulleiter Herr Brömel auf positive Tendenzen im Freistaat  verweisen, nahm doch die Schülerzahl seit 1995 um 13,5 % zu. Im Vergleich der letzten beiden Jahre nahm besonders die Nachfrage nach Schulplätzen in der Fachrichtung Wirtschaft zu. Auch im Schuljahr 2017/2018 ist unser Schulleiter Landesbeauftragter für Thüringen der Arbeitsgemeinschaft der Direktorinnen und Direktoren der Beruflichen Gymnasien in Deutschland e. V.
 
Roland Jahn im Gespräch mit Bürgern



Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU) besuchte am 11. September 2017 auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Johannes Selle seine Heimatstadt Jena, um mit Bürgern über die Aufarbeitung der DDR-Diktatur zu sprechen. “Man wird nicht als Staatsfeind geboren“, sagte Roland Jahn. „Wir wollten damals nur West-Musik hören und lange Haare tragen“, setzte er fort. Der Tod seines Freundes Matthias Domaschk 1981 in Stasi-Haft habe einen großen Einschnitt bedeutet. Jahn organisierte verschiedene Aktionen, mit denen er zunehmend in den Fokus des Geheimdienstes geriet, in Folge inhaftiert und später ausgebürgert wurde. Heute setzt er sich als Leiter der BStU dafür ein, dass die Akten weiterhin eingesehen werden können, dass Berge geschredderte Aktenschnipsel mittels moderner Technik zusammen gesetzt werden und dass es keine Verjährungsfristen für Anträge von Opfern der DDR-Diktatur gibt. Insbesondere sollten auch junge Menschen Gelegenheit haben, sich mit diesem Teil der deutschen Geschichte zu beschäftigen, meinte Jahn. Kollegin Seibold-Pfeiffer nahm für die Fachkonferenz Gesellschaftswissenschaften an dieser bewegenden Veranstaltung teil.

 
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