Aktuell
Deutsch-französisches Tandem



Im Januar 2018 weilen zwölf französische Jugendliche vom Lycée Jules Lesven in Brest (Frankreich) drei Wochen in Jena. Sie arbeiten gemeinsam mit zwölf deutschen Auszubildenden, die den Berufsschulunterricht an unserer Schule besuchen, in Einzelhandelsbetrieben der Region. Ein Dank geht deshalb an Globus Isserstedt, tegut, Möbel Finke, Müller Drogerie, Medimax, SinnLeffers und REWE Stadtroda für die Bereitstellung von Praktikumsplätzen. In dieser Woche findet innerhalb des Austauschprogrammes an unserer Schule ein Tandem-Sprachkurs statt, denn auch die deutschen Azubis werden in diesem Schuljahr Brest besuchen, um dort ein dreiwöchiges Praktikum zu absolvieren. Sprachmittler Stephane Beaho, der den Sprachkurs leitet, lobte die Beteiligten für das Interesse an der jeweils fremden Sprache und die angenehme Atmosphäre in der Gruppe. Französische und deutsche Jugendliche ziehen sprichwörtlich am gleichen Strang, denn alle haben den Wunsch, das andere Land, die Kultur und das Arbeitsleben kennenzulernen. So bleibt in dieser Woche auch Zeit für eine Stadtführung in Weimar, einen Besuch des Porzellanwerks Kahla und des Jenaer Planetariums. Organisiert hat den Austausch Fachlehrer André Böttcher. Finanziert wird das Projekt durch das Deutsch-französische Sekretariat.
 
55 Jahre Élysée-Vertrag




“Pour ce qui est de l'avenir, il ne s'agit pas de le prévoir, mais de le rendre possible. Die Zukunft soll man nicht voraussehen wollen, sondern möglich machen.“ (Antoine de Saint-Exupéry)

Zukunft interpretiert sicherlich jeder von uns für sich persönlich auf ganz unterschiedliche Weise. Die Basis, auf der jede noch so individuell geprägte berufliche oder private Zukunftsvorstellung jedoch ruht, sind Frieden, Freiheit und Verstehen bzw. Verstanden werden, gemeinsames Miteinander. Antoine de Saint-Exupéry sagte diesbezüglich auch: „Le plus beau metier d’homme est d’unir les hommes. - Die schönste Berufung des Menschen ist die, die Menschen zu vereinen.“ Mit diesem Ziel, die Menschen zu vereinen, die sich über viele Generationen hinweg als Feinde gegenüberstanden, mit jedem und für jeden Einzelnen eine Zukunft zu bauen, traten vor 55 Jahren zwei Staatsmänner Europas an – le Président de la République française, Général Charles de Gaulle, und der Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland, Konrad Adenauer, - und unterzeichneten am 22. Januar 1963 den Elysée-Vertrag, den Traité de l’Élysée.  Wie wichtig war dieser Vertrag für Deutschland, Frankreich, Europa und die Welt? Wie wichtig ist er für uns noch heute, 55 Jahre später? Worin stößt er an seine Grenzen? Und wie kann der Vertrag dem Wunsch des aktuellen Präsidenten Frankreichs, Emmanuel Macron, folgend, neu belebt, bekräftigt, den Herausforderungen unserer heutigen Zeit gerecht werden? Diesen und anderen Fragen ging am 23. Januar 2018 Professor Dr. Henri Ménudier der Université Paris III – Sorbonne Nouvelle in einem interessanten Vortrag vor der Schülerschaft des Beruflichen Gymnasiums unserer Schule nach und stellte sich im Anschluss auch ihren Fragen. Es kam zu einem aufschlussreichen Austausch über politische Ansichten und die Wahrnehmung der jeweilig anderen Kultur. Als Politologe und Experte für Deutschland nach 1945 sowie für deutsch-französische und europäische Fragen fungierte Monsieur Ménudier für 90 Minuten als interessanter und interessierter Gesprächspartner, der die zukünftigen Studenten unter den Gymnasiasten etwas internationale Studienluft schnuppern ließ und alle Anwesenden dazu ermunterte, in Europa zu reisen, um fremde Menschen, deren Kulturen und Lebensweisen kennenzulernen. Die schönste Berufung des Menschen ist eben die, die Menschen zu vereinen.

Un grand MERCI à Monsieur Ménudier!
 
Als Zuschauer beim Amtsgericht



Beide Klassen im 1. Ausbildungsjahr der Berufsfachschule besuchten am 23. Januar 2018 vier Gerichtsverhandlungen am Amtsgericht Jena. Richter Piller hatte an dem Tag mehrere Verhandlungen terminiert und nahm sich in den Pausen immer wieder auch Zeit, Fragen der Jugendlichen zu beantworten. Es ging beispielsweise um Fahren ohne Fahrerlaubnis, Besitz von Betäubungsmitteln und nicht gezahlten Unterhalt für ein Kind. In allen Fällen hatten die Angeklagten keine abgeschlossene Ausbildung, Suchterkrankungen bzw. Erfahrungen mit illegalen Drogen und zahlreiche Vorstrafen. Mehrfach wurden durch den Richter Geldstrafen verhängt, da die Täter geständig waren. In einem Fall wurden mehrere Verfahren verbunden, die demnächst vor einem Schöffengericht verhandelt werden. Die Schüler werden das Erlebte im Sozialkundeunterricht aufarbeiten. Geplant ist, demnächst selbst in die Rollen von Richter, Staatsanwalt, Angeklagten und Zeugen zu schlüpfen und eine Gerichtesverhandlung nachzuspielen. Die Schulsozialpädagogin organisierte den Besuch bei Gericht und wird auch das Rollenspiel unterstützen.

 
Weißes Gold




Vom ersten Schluck Kaffee am Morgen bis zum romantischen Essen am Abend, Zuhause, am Arbeitsplatz, im Restaurant oder Hotel – Porzellan begleitet uns durch den Tag und ist dabei vielseitig wie das Leben selbst. Wie man die täglichen Begleiter herstellt und welche Kunst und Arbeit dahinter steckt, das durften wir während einer Betriebsbesichtigung im Dezember 2017 im Porzellanwerk „Weimar Porzellan“ in Blankenhain erleben. Wir schauten den Meistern über die Schultern und erfuhren viele interessante Dinge über die Porzellanherstellung. Zum Beispiel besteht die Rohmasse aus einer Mischung von Kaolin, Feldspat und Quarz. Sie fühlt sich ähnlich an wie Knete oder ist zähflüssig, wird in Form gedreht, gepresst oder gegossen und anschließend gebrannt und bemalt. Dies alles erfuhren wir während eines Vortrages gleich zu Beginn. Danach wurden wir durch die Produktionsstätten geführt. Wir tauchten ein in über 300 Jahre europäische und davon 220 Jahre Weimarer Porzellankunst. Besonders beeindruckt hat uns die Kunst der Handmalerei. Nach der spannenden Führung durch die Fertigungsstätten hatten wir die Gelegenheit in einer kleinen, werksinternen Malstube selbst Hand anzulegen und Porzellanstücke zu verzieren und zu bemalen. Dabei ließen wir unseren Ideen und unserer Kreativität freien Lauf. Die selbst gestalteten Werke mussten wir anschließend in unseren hauseigenen Backöfen bei 160 Grad Celsius härten, um die Farbe für immer haltbar zu machen.

Franziska Hünniger IK 17-1

 
Azubis im Bundesrat



Auszubildende der Klassen KBM 15 und AK 15 haben im Rahmen des Sozialkundeunterrichts Mitte Januar 2018 den Bundesrat in Berlin besucht. Vor Ort wurde in einem Planspiel darüber diskutiert, ob Fahrtauglichkeitstests für ältere Autofahrer eingeführt werden sollten. Dies wird seit einigen Jahren verstärkt gefordert, da im Alter zunehmend körperliche und psychische Schwächen auftreten. Hinzu kommt, dass die Aufmerksamkeitsleistung und die Fähigkeiten, komplexe Informationen möglichst synchron zu verarbeiten, nachlassen. Einigkeit bestand unter den Auszubildenden/Vertretern der Bundesländer darüber, dass spätestens ab dem 70. Lebensjahr Untersuchungen verpflichtend sein müssen. Die Fähigkeit zur Teilnahme am Straßenverkehr müsse ähnlich wie beim Führerscheinerwerb von neutralen Stellen überprüft werden. Einige forderten in der Diskussion sogar eine solche Untersuchung schon ab dem 65. Lebensjahr. Auch wurde auf die Dringlichkeit hingewiesen, da in den kommenden Jahren die Anzahl der Senioren überproportional steigen und gleichzeitig die Verkehrsdichte zunehmen wird.Nach einer intensiven Beratungsphase verständigten sich die Vertreter der Bundesländer auf einen ersten Gesetzentwurf, der mehrheitlich angenommen wurde. Dieser könnte demnächst an den Bundestag weitergeleitet werden. In der Praxis wird dies natürlich nicht passieren. Außerdem diskutieren die politischen Parteien im Bundestag dieses Thema noch nicht so intensiv. Für die Auszubildenden wurde an diesem Beispiel deutlich, wie komplex der Gesetzgebungsprozess ist und dass es im Kern darum geht, aus vielen guten Ideen einen mehrheitsfähigen Entwurf zu formulieren.
 
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