Bundestagspräsident Lammert in Jena



Gefüllt bis auf den letzten Platz war die Aula im Hauptgebäude der Universität und das an einem Freitagnachmittag. Prof. Dr. Norbert Lammert sprach am 22. September 2017  bei einem seiner letzten öffentlichen Auftritte als Bundestagspräsident zur Frage „Wer vertritt das Volk?“. Deutschland sei eine der stabilsten Demokratien weltweit und die Demokratie sei nicht in der Krise, sagte Lammert. Vielmehr sei die Demokratie ein System zum Management von Krisen. Der Noch-Bundestagspräsident sprach sich für eine Justierung des deutschen Wahlsystems aus. Das Problembewusstsein zur möglichen explosionsartigen Vergrößerung des Bundestages sei bei vielen Akteuren vorhanden, doch der Handlungsdruck wohl noch nicht groß genug. Außerdem habe das Grundgesetz enorme Akzeptanz in der Bevölkerung, jedoch würde das Vertrauen in Institutionen seit Jahren sinken. Lammert befürwortete, dass auf Bundesebene keine Plebiszite vorgesehen seien. Als Negativbeispiel für eine solche Möglichkeit führte er den Brexit an. Die Fachkonferenz Gesellschaftswissenschaften war durch die Kolleginnen Serfling und Seibold-Pfeiffer bei der Veranstaltung vertreten. Beide hatten nach Lammerts Rede kurz Gelegenheit, mit ihm zu sprechen. Er signierte eine Thüringer Verfassung und  das Grundgesetz.

 
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