Roland Jahn im Gespräch mit Bürgern



Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR (BStU) besuchte am 11. September 2017 auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Johannes Selle seine Heimatstadt Jena, um mit Bürgern über die Aufarbeitung der DDR-Diktatur zu sprechen. “Man wird nicht als Staatsfeind geboren“, sagte Roland Jahn. „Wir wollten damals nur West-Musik hören und lange Haare tragen“, setzte er fort. Der Tod seines Freundes Matthias Domaschk 1981 in Stasi-Haft habe einen großen Einschnitt bedeutet. Jahn organisierte verschiedene Aktionen, mit denen er zunehmend in den Fokus des Geheimdienstes geriet, in Folge inhaftiert und später ausgebürgert wurde. Heute setzt er sich als Leiter der BStU dafür ein, dass die Akten weiterhin eingesehen werden können, dass Berge geschredderte Aktenschnipsel mittels moderner Technik zusammen gesetzt werden und dass es keine Verjährungsfristen für Anträge von Opfern der DDR-Diktatur gibt. Insbesondere sollten auch junge Menschen Gelegenheit haben, sich mit diesem Teil der deutschen Geschichte zu beschäftigen, meinte Jahn. Kollegin Seibold-Pfeiffer nahm für die Fachkonferenz Gesellschaftswissenschaften an dieser bewegenden Veranstaltung teil.

 
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